Wie kann man einen Meteorit finden und wenn ja, wo?

Auf jeden Fall. Jedoch ist zu empfehlen sich nicht ohne Vorbereitung auf die Suche zu begeben. Denn so kann im wahrsten Sinne des Wortes die Suche nach der Nadel im Heuhaufen auf einen Nagel im Heuhaufen reduziert werden. Hierzu sollte am besten mit den folgenden Fragen auseinandersetzen und diese für sich beantworten können:

1. Wo sollte ich nach Meteoriten suchen?

Hier sollte am besten eine Gegend ausgesucht werden, auf welcher der Meteorit die Möglichkeit hat, auch noch Jahrzehnte nach dem Einschlag liegen bleiben zu können. Dies ist gerade in Mitteleuropa nicht selbstverständlich, da die Vegetation den Meteorit nach wenigen Monaten bzw. Jahren einnimmt und diesen im Boden verschwinden lässt. Am besten ist man beraten die Suche auf die Regionen zu begrenzen, von denen bekannt ist, dass auf diesen vorkurzem ein Meteoritenschauer niedergegangen ist. Nach einem solchen Meteoritenregen können bis zu Hunderte Fragmente auf einem Quadratkilometer gefunden werden. Aber auch Regionen, deren Oberfläche nicht vom Menschen oder der Natur abgetragen werden eignen sich sehr gut für die Suche. Ideale Orte sind hier z.B. Sand- oder Eiswüsten. Diese bieten auch den großen Vorteil, dass diese einen guten Kontrast zu der Farbe der Meteoriten bilden. Man kann sich gut vorstellen, dass ein Meteorit auf einer weißen Eisfläche leichter entdeckt werden kann, als ein Meteorit auf einem Acker, einer Wiese oder in einem Geröllfeld. So konnten bei gezielten Suchaktionen an der Antarktis hunderte Meteoritenfragmente sogar mit dem bloßen Auge aus dem Hubschraube ausfindig gemacht werden. Auch werden die Meteoriten unter diesen Bedingungen gut konserviert. Nach neusten wissenschaftlichen Fakten, können sich die sogenannten Mikrometeoriten sogar direkt auf dem eigenen Dach befinden. Diese kleinsten Meteoriten sind oft nicht größer als Staubpartikel und umgeben uns überall. Auf Grund ihrer Größe werden diese aber schnell übersehen. Des Weiteren erschwert der Industriestaub die Suche nach diesen winzigen Meteoriten. Eine interessante und ausführliche wissenschaftliche Ausarbeitung kann in dem Journal der Geological Society of America unter dem Titel "An urban collection of modern-day large micrometeorites: Evidence for variations in the extraterrestrial dust flux through the Quaternary" nachgelesen werden. Ausführliche Informationen erhalten Sie in unserem MetLexikon unter dem Begriff "Meteoritenfund". Eine wichtige Regel bei der Meteoritensuche ist: Die Augen immer offenhalten und selbst die unwahrscheinlichsten Orte in Betracht ziehen. So auch in dem Fall des 1,4 kg schweren Machtenstein Meteorit, welcher jahrelang als Wasserstein in einem Vorgarten verbrachte. Durch einen großen Zufall und die Erinnerung an dessen Fund, eines Mannes, der eine Chronik über den Orte verfassen wollte, kann der Meteorit ab dem Jahr 2020 im geplanten Naturkundemuseum Bayern bestaunt werden.

2. Welche Meteoritenart möchte ich finden?

Auch die Antwort auf diese Frage ist von entscheidender Bedeutung. Ein Eisenmeteorit unterscheidet sich nämlich sehr stark von einem frisch gefallenen und mit einer schwarzen Schmelzkruste überzogenen Steinmeteorit. Liegen beiden Meteoritenarten schon einige Zeit auf der Erde so werden die Oberflächen durch Verwitterungsprozesse stark verändert. Zudem können Eisen- und Stein-Eisen-Meteoriten durch Oxidationsvorgänge nach einiger Zeit von einer Rostschicht umgeben sein. Auf der anderen Seite lassen diese Meteoritenarten sich mit gewöhnlichen Metalldetektoren, wenn auch nur bis zu wenigen Zentimetern unterhalb der Erddecke, aufspüren im Gegensatz zu Steinmeteoriten. Bei diesen kommt ein weiterer Faktor hinzu, welcher die Entdeckung dieser Meteoritenart erschwert. Steinmeteoriten unterschieden sich äußerlich betrachtet nur sehr wenig von gewöhnlichem Gestein auf der Erde.

3. Bin ich auf der Suche nach einer Hauptmasse?

Wer diese Frage mit einem ja beantwortet, sollte sich mit Pickel und Spaten ausrüsten und auf Löcher graben einstellen, da Meteoriten mit einer entsprechenden Masse eher unter der Erde zu finden sind. Wer die Frage dagegen mit einem nein beantwortet, sollte nach kleinen, schwarzbraunen bzw. graubraunen Individuum Meteoriten auf der Erdoberfläche Ausschau halten. Handelt es sich um ein Fragment und ist dieses noch nicht verwittert, so können auch silbrig glänzende Kügelchen, die sogenannten Chondren, entdeckt werden. Vielleicht liegt aber der nächste Meteorit bei dem Nachbarn auf dem Schreibtisch und dient dort als Briefbeschwerer, ohne dass dieser eine Ahnung davon hat, welchen Schatz er dort liegen hat oder ein Meteorit liegt unscheinbar auf einem Haufen Lesesteine bei einem Bauern auf dem Hof, so wie es bei dem Machtenstein Meteorit der Fall war.

4. Welches Equipment steht mir für die Suche zu Verfügung?

Im Idealfall wie oben bereits erwähnt ein Spaten, Pickel und Metalldetektor. Ersteres ist vielleicht noch erschwinglich, macht jedoch ohne Letzteres wenig Sinn. Eine erschwinglichere und leichtere Alternative hierzu wäre ein Neodym Magnet. Hierbei handelt es sich genau genommen um eine Legierung aus Neodym, Eisen und Bor. Aus diesen Stoffen werden die derzeit stärksten Dauermagnete hergestellt. Hiermit lassen sich zumindest die Nickel-Eisen-Meteoriten (Eisenmeteoriten), Stein-Eisen-Meteoriten und einige eisenhaltige Steinmeteoriten aufspüren.

5. Wie kann ich die Suche nach Meteoriten trainieren?

Am einfachsten ist es seine Sinne auf die Kombination der Landschaftsumgebung mit einem Meteorit zu trainieren. Sie kennen das Phänomen bestimmt aus eigener Erfahrung. Etwas kleines, vielleicht sogar ein Schmuckstück, fällt auf den Teppich und ist nicht mehr auffindbar. Der Teppich hat es regelrecht aufgesogen. In solchen Fällen hilft es seine Sinne an die Kombination Teppich und Schmuckstück zu schärfen. Hierbei hilft es oft einen ähnlichen Gegenstand oder wenn vorhanden das Gegenstück auf den Teppich zu legen und zu schauen wie dieser sich optisch auf dem Teppich verhält. Oft ist so der gesuchte Gegenstand schnell gefunden, da die Sinne an die Umgebung geschärft wurden. So ähnlich verhält es sich mit Meteoriten in der Natur. Zur Übung kann hier z.B. ein Kieselstein so angemalt werden, dass dieser der gesuchten Meteoritenart optisch ähnlichsieht. Entweder braun, braunschwarz oder silbrig glänzend. Schauen Sie sich am besten bei uns in der Kategorie "Meteoriten" um und orientieren sich an diesen Farben und Oberflächenbeschaffenheit. Haben Sie nun den für sich idealen "Pseudometeorit" erzeugt, können Sie mit diesem auf dem Feld, auf dem Acker, auf der Wiese oder wo auch immer Sie suchen möchten, ihren persönlichen Meteoritenfall simulieren. Trainieren und schärfen Sie Ihre Sinne für Meteoriten in der Natur. Auch wenn ein echter Meteoritenfund schwer ist, so hat doch die Bewegung und der Aufenthalt an der frischen Luft etwas Positives.
Und falls Sie einen möglichen Meteorit gefunden haben sollten, können wir Ihnen diesen gerne gegen einen kleinen Aufpreis auf Echtheit prüfen.

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